Vorhangknopf
Vorhangstange
Vorhang        
       
Sultan Achmeth von Egiebten (Torello) (Apel/Preiske)

 

Sultan Achmeth von Egiebten. Lustspiel in 4 Akten. Handschrift. Format: 21,1 x 18,2 cm, Pappeinband, Leinenrücken, Fadenheftung. Auf S. [U2] Bleistiftnotiz: »erhalten von Heinrich Apel \sen./ 9. Oktob[er] 1904.« Auf der letzten Seite: »Geschrieben von Franziska Preiske.« Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Sign. Ms. D4-651/To 12.

Transliteration: Lars Rebehn.

Orthographie und Interpunktion wurden im Haupttext beibehalten, im Nebentext (Regieanweisungen) der leichteren Lesbarkeit und Verständlichkeit halber vereinheitlicht und vervollständigt.

© Mit freundlicher Genehmigung der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Zum Text als pdf-Datei

STOFF. VORLAGE.
Im Repertoire der Marionettenspieler bezogen sich Titel wie »Sultan Achmeth von Egiebten«, »Kasper in der Türkei« oder »Kasper unter den Türken« auf zwei
Dramen(-Gruppen) ganz unterschiedler Handlung und Motivkreise. Nannte sich der Hauptprotagonist »Fürst Torello« (Dorello / Thorello / Graf Paquafil / Alexander von Pavia), so gingen sie stofflich auf die neunte Novelle des zehnten Tages in Boccaccios »Decamerone« zurück.

Im zweiten, stofflich ganz anders ausgerichteten und im 19. Jahrhundert nur mehr selten gespielten Stück bedeutete »Kasper in der Türkei» meist Kaspar »in Äthiopien«. Die ungemein verzwickte Tyrannen-, Seeräuber-, Liebes- und Geister-Geschichte um die doppelte Gefangenschaft eines Prinzenpaares, das am Ende durch Mord und Selbstmord stirbt, wurde üblicherweise unter dem Haupttitel »Die Mordnacht in Äthiopien« gegeben und, um das Publikumsinteresse gehörig zu steigern, mit mehrgliedrigen Untertiteln wie »[…] oder: Kaiser Orosmann« bzw. »[…] oder Der dreifache Liebesmord oder Der hungrige Gast im leeren Wirtshaus oder Kasper in der Türkei« ausgestattet.

Giovanni Boccaccio: Das Dekameron. Neunte Novelle / Zehnter Tag

»Saladin wird, als Kaufmann verkleidet, von Messer Torello freigebig bewirtet. Der Kreuzzug findet statt. Messer Torello verlangt von seiner Gattin eine Frist, vor deren Ablauf sie sich nicht wieder vermählen soll. Er gerät in Gefangenschaft. Dadurch, dass er Falken abrichtet, hört der Sultan von ihm, der ihn wiedererkennt und ihm, nachdem er sich ebenfalls zu erkennen gegeben hat, die höchsten Ehren antut. Messer Torello erkrankt und wird durch magische Künste im Laufe einer Nacht nach Pavia versetzt, wo eben die Hochzeit seiner Gattin gefeiert wird. Er wird von ihr wiedererkannt und kehrt mit ihr nach Hause zurück.«

Das Dekameron des Giovanni Boccaccio. Aus dem Italienischen von Ruth Macchi. Bd. II: Sechster bis zehnter Tag. Lizenzausgabe mit Genehmigung des Aufbau-Verlags Berlin und Weimar. Wien: Buchgemeinschaft Kremayr & Scheriau 1985, S. 485–511, hier S. 485–486.

 

 

  Chronik Kasperl & Co. Bilder Forschung
        Kontakt
        Impressum
        Zurück zu Kasperl-Bibliothek
        Zurück zu Kasperl
        Zurück zu den Projekten von LiTheS