Vorhangknopf
Vorhangstange
Vorhang        
       
Die Mordnacht zu Aethiopien (Lorgie)

 

Die Mordnacht zu Aethiopien. Heroisch-komisches Schauspiel in 3 Akten. Handschrift. Format: 23,7 x 19, 2 cm , hart gebunden, Pappeinband, marmoriert, Buchrücken mit Leinenstreifen stabilisiert, fehlt aber weitgehend. Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Sign. Ms. D4-454.

Transliteration: Lars Rebehn

Orthographie und Interpunktion wurden im Haupttext beibehalten, im Nebentext (Regieanweisungen) der leichteren Lesbarkeit und Verständlichkeit halber vereinheitlicht und vervollständigt. Einfügungen durch fremde Hand sind zwischen »{ }« gesetzt.

© Mit freundlicher Genehmigung der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Zum Text als pdf-Datei

Es handelt sich um eine 1938 von Otto Link angefertigte Abschrift des Originals aus dem Theater Lorgie in der Sammlung Artur Kollmann (Mo1 = D4-454). Laut einer Bleistift-Notiz erhielt Kollmann die Handschrift von Apel im Frühjahr 1887.

Der Text besteht aus vier Lagen. Die ersten drei Lagen haben jeweils 16 Seiten, die dritte Lage besteht aus drei Blättern, von denen die Seiten 49 bis 54 beschrieben sind, dahinter sind zwei Blätter kurz hinter der Fadenheftung herausgetrennt und drei Blätter stärkeres Papier eingeheftet, von denen die Seiten (unpaginiert und von anderer, späterer Hand) 55 bis 59 beschrieben sind. Auf Seite 60 finden sich Bleistiftnotizen, die Seite 61/62 ist wieder nah an der Heftung herausgetrennt.

Die Streichungen und Ergänzungen erfolgten ausschließlich mit Bleistift und sind wahrscheinlich wesentlich später eingefügt worden.

Beigelegt findet sich eine von Link stammende Abschrift von Kollmanns Kommentar, in welchem auch die »Mordnacht«-Versionen von Lorgie und Apel verglichen werden. Diese Apel-Version mit dem Titel »Mordnacht, oder Kaspar in der Türkei« enthält am Schluss den Schreibervermerk »geschrieben d. 11 März 1882. in Dippoldiswalde A[lbert] Apel« (Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, D4-455; alte Signatur Kollm. Mo[rdnacht]2).

Die Texte von Lorgie-Apel in der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – Sign. Ms. Mo1 = D4-454 (= die vorliegende Edition), 0953 (Abschrift davon), D4-455 (= Kollm. Mo2), D4-459 (= >Kollm. Mo5) – und Bonneschky-Kleinhempel-Bonesky – D4-457 (= Kollm. Mo4), D4-458 (= Kollm. Mo4 a), D4-456 (= Kollm. Mo3) und 0778 – basieren wohl auf  einer gemeinsamen Grundlage. Der erste Bonneschky, Constantin (Dresden 1806 – Radebeul-Kötzschenbroda 1841), hat auch bei Lorgie gelernt. Die Texte haben viele Gemeinsamkeiten, doch handelt es sich bei der Bonneschky-"Mordnacht" (PTS D-457) sicherlich um keine bearbeitete Abschrift.

STOFF. VORLAGE.
Aus welcher dramatischen Quelle die Puppenspieler konkret schöpften, bleibt unklar. Nicht dafür in Betracht kommen wegen kaum vorhandener figuraler und stofflicher Gemeinsamkeiten: Voltaires Tragödie »Zaire« (UA am 13. August 1732; ED Amsterdam 1732), deren Parodie »Orosman de kleine of De dood van Zaïre moorddadig treurspel« (Utrecht 1787) des niederländischen Dichters, Philosophen und Advokaten Johannes Kinker (Nieuwer-Amstel 1764 – Amsterdam 1845) und auch nicht Peter von Winters (Musik) und Lorenzo Da Pontes (Text) Oper »Zaire« (UA London, 29. Januar 1805).

Vorlage wird eine Haupt- und Staatsaktion des Wandertheaters gewesen sein (also ein Schauspieltext, der vom Prinzipal oder Puppenspieler auf der Basis einer Übersetzung eines ausländischen Schauspiels oder eines Opernlibrettos selbst verfasst und nur als Handschrift oder mündlich weitergegeben wurde.) (Lars Rebehn.)

 

  Chronik Kasperl & Co. Bilder Forschung
        Kontakt
        Impressum
        Zurück zu Kasperl-Bibliothek
        Zurück zu Kasperl
        Zurück zu den Projekten von LiTheS