Siegel von Hormayr  
  Brief von Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg an Grün
Leipzig, am 30. August 1844
 
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[Prägung mit Krone "BATH"]

Leipzig am 30. Aug. _844.

Auf der Heimkehr von München, weile Ich einige Tage bei meinem Schwiegervater Baron Speck-Sternberg und bei meiner lieben Weidmannischen Buchhandlung/Hirzel et Reimer,/ von der Ich die neue Auflage der, Mir über Alles gehenden: "Spatziergaenge eines Wiener Poeten erhielt und die Dir das Taschenbuch auf i845 sendet. – Die Nekrologe deiner Freunde (und zwar durch 40 Jahre bewährter,) die das Jahr 1843 im April, Juli und Sept. mir entriß, Kurz, Russ, Caroline Pichler interessiren Dich gewiß, sei es auch nur wegen der sublimen Censurs-Anecdoten. –

"Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Herr Graf! – Graf erhöre meine Stimme"! und begnade Deinen Knecht für das, schon im Oct. zu beginnende Taschenbuch auf i846 mit einigen, geschichtlichen slavischen Liedern aus dem romantischen Wunderlande Krain. – Sie sind von einem köstlichen Geiste durchdrungen und die Uibertragung ins Deutsche verräth die Klaue des Löwen.

 
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Möge im III Theile der Lebensbilder, Etwas Dich angesprochen haben. Die Portraits sind hier, wie im I band das Beste. – Nächstens folget abermal ein büchlein, von Blumen genannt, die auch unterm Schorr blühen und desto mehr duften, je mehr sie getreten werden, – "correcte" Unterthanen per tutto.

Meine Frau und Ich küssen den Saum des Kleides der anmuthleuchtenden Gräfinn und bringen Dir die innigsten Seegenswünsche, voll der Hoffnung Du würdest im Sommer 1845 in München zu sehen sein!

Tuissimus in Saecula saeculorum
Hormayr

 
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[3 Siegelreste]
[Poststempel "CILLI
5. SEP:"]
Dem hochgebornen Herren Ant. Alexander
Grafen Auersberg, Herrn auf Thurn am
Hart, Gurkfeld
zu
Thurn am Hart
in Krain
p. Cilli

 
     
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