Siegel von Hormayr  
  Brief von Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg an Grün
München, am 19. September 1829
 
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München am 19 <ten> September 1829

Auf Ihren lieben Brief vom 12ten säume ich keinen Augenblick zu erwiedern, daß der Druck und die Vignette des letzten Ritters rasch fortschreiten, – daß die Lieder der Liebe bereits genedigt seyen, – daß Frankh sich in Studtgard befinde, aber übermorgen in München erwartet werde.

Bleiben Sie ja bey Friedrichen mit der leeren Tasche, – Tag für Tag wird dieser herrliche Stoff Sie mehr anziehen, – Friedrich der Streitbare ist auch schön, und ich will Sie wahrlich nicht davon abhalten, – auch ist es nicht das Geringste was ich gerade über diesen vielfach Intressanten Fürsten geschrieben habe.

Im März komme ich auf jeden Fall mit meinen Töchtern nach Wien.

Das historische Taschenbuch ist vollendet und zählt einige 40 Artikel. Ich habe es vorsäzlich dießmal sehr Reich ausgestattet. – Begierig bin ich, ob es, ohne allen Grund, blos und du_mer Bosheit in Wien verbothen wird? – Geschieht dieses, so sollen sie das Jahr darauf ein Taschenbuch haben, daß sie wünschen, Sie hätten das du_me Ver-
 
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biethen bleiben lassen. – Ich höre ja, Ludwig kontinuire das Taschenbuch ebense erbärmlich, wie das Archiv. – Der letzte Schuster wird in der That diesem seinen Beruf Ehre machen.

Von unsern Freunden in Raitz, höre ich schon lange nichts mehr. Anfangs November ko_men sie wieder nach Wien.

Was machen de_n Zedlitz, Grillparzer, und Seidl?. – ich umarme Sie von Herzen und treibe fleißig an Ihren Sachen.
 
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["6" Poststempel: "MÜNCHEN"]
Herrn Anton Alexander Grafen von
Auersperg
zu
Wien
frey bis zur Gränze
Sterngaße nächst den Hohen Markt
<Nr.> 452, zweite Stiege 3<ten> Stock.

 
     
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