Siegel von Hormayr  
  Brief von Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg an Grün
München, am 3. August 1829
 
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München am 3<ten> August 1829

Der letzte Ritter ist bereits in Stuttgardt unter Druck schon angefangen. – Ich treibe daran so viel ich kann. – Ja, ja, – Friedrich mit der leeren Tasche ist ein unübertrefflicher Stoff, – Ich habe denselben, kann Ich sagen, als solchen entdeckt und mit der größten Liebe bearbeitet, – auch i805, zum Namenstag des Kaisers ein ultramisrables Stück darüber geschrieben. :/: Friedrich von Österreich gedruckt bey Degen und jetzt wenn Ich nicht irre, bey Moerschner und Jasper zu haben :/: dieses Stück, so erbärmlich es ist und den damaligen Geschmack in Wien Charakterisirt, müßen Sie theuerer Freund durchaus lesen, weil alle Poetischen Seiten darin aufgegriffen sind. – Eben so müsten Sie auch ins Belvedere, zum Kustor Ruhs, ne_nen Sie ihn meinen Namen, er soll Ihnen die Skizze zum Wienspiel Friedrichs zeigen.

Hauptwerke sind: des Grafen Brandis Tyrol unter Friedrich von Österreich
 
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i82i bey Ludwig und meine Recention darüber in den Wiener Jahrbüchern XVI, 64. und jene von Langs Ludwig dem Bärtigen zu Ingolstadt XIX, 29. dann [ergänzt: mein] Archiv für süddeutschland, endlich die Ahnentafel der Müllinen im Taschenbuch auf i82i und der Stoff wird sich i_mer mehr ihrer ganzen Seele bemächtigen. – Es liegt ein unendlicher Reichthum darin. – Versäumen Sie aber ja keine der angezeigten Quellen. – F. bleibt noch auf längere Zeit hier. Die Vignette zum letzten Ritter wird vortrefflich. – Von Salm habe Ich leider schon lange nichts gehört. – Lassen Sie mich auf diesen Brief nur ein paar Zeilen Antwort haben, aber unverzüglich. Ich Umarme Sie Hochachtungsvoll und von ganzem Herzen.

 
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[Siegelrest]
[Poststempel: "MÜNCHEN", Datum unleserlich]
Herrn Anton Alexander Grafen
von Auersberg Hochgebornen
zu
Wien
frey bis zur
Gränze,

452. Sterngaße nächst
dem Hohenmarkt. Stiege
2. im 3 <ten> Stocke.

 
     
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