Siegel von Hormayr  
  Brief von Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg an Grün
Dezember 1825
 
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Hochgeborner Graf!

Ich habe die Ehre gehabt, Ihre gefällige Zuschrift, samt der vortrefflichen Ballade über die feindlichen Brüder von Reichenburg richtig zu erhalten und ich werde sie als eine Zierde meines künftigen Taschenbuches betrachten, da [durchgestrichen: 1 Wort] [ergänzt: den] Ton des Ganzen sowohl, als die [rasiert: E] Ausführung im Einzelnen unstreitig sehr erfreulich und gelungen sind, – nur möchte ich mir vorher noch die Frage erlauben, ob es nicht viel poetischer wäre, statt dessen, daß der Mörder durch die Knechte und andere Brüder fällt, bei jener Tradition stehen zu bleiben, welche sagt, beide Brüder hätten zugleicher Zeit, aus dem Fenster aufeinander losgedrückt und beide einander erschossen!?

Die vaterländische Geschichte ist so reich an romantischen Stoffen und ich habe deren so manche in meinen Taschenbüchern, vorzüglich aber im Archiv aufbewahrt, daß ich mich der Hoffnung nicht erwähren kann, Sie würden noch manchen Gegenstand daraus erwählen, der ich in der angenehmen Erwartung Ihrer persönlichen Bekanntschaft, hochachtungsvoll geharre:

Euer Hochgeboren!

gehorsamster Diener
SHo: <Seine Hochgeboren> Hormayr
/Hofrath.

 
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[Siegelreste]

S<einen> Hochgeboren
den Herren Grafen Anton Alexander
von Auersperg

 
     
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