Siegel  
  Beilage 2 von J. Freiherr von Hammer-Purgstall an Anastasius Grün
Am 1. Oktober 1834
 
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Diplom des Ordens des Löwen und der Sonne.

(Oben in Gold geschrieben:)
Im Namen Gottes, des Allerhöchsten, des Allgeehrtesten!

(Das Siegel des Schahs.)

Der Siegelring des Königthums wurde durch die ewige Macht bleibend
gemacht auf Fethali Schah dem Sultan Inhaber der Zeit.

(Die goldene verzogene Schrift Anfangs der ersten Seite:)
Der kaiserliche hohe Befehl ist:

 
 

Da der hochgeschätzte, erhaben gesetzte, von Talent und geradem Sinne begleitete, von Ehrgefühl und Einsicht geleitete, mit Aufrichtigkeit und gutem Willen begleitete Monsieur1) Hammer, die Zierde der Vornehmen unter den Christen, einer der ehrenwerthen Männer des deutschen (kaiserlichen) Hofes, welcher durch seinen geraden Sinn und seine Kenntnisse unter seines Gleichen der Zenith der Auszeichnung geworden, durch Bezeigung seines guten Willens sich an der hohen Pforte des persischen Hofes bekannt gemacht, und mittelst des Buches der Commentare des Marcus Antonius die Gebühren des Wissens und geraden Sinnes mit vollkommener Kenntniß und Einsicht in Vorschein gebracht, und sich glücklicher Achtung würdig gemacht, so sind die Grade geschriebenen Lichtes, die Blicke der Sonne der Reinigkeit (des Schahs) und der Reinigkeit des Ehrenzeichens aus Begünstigung, des mit Ausfluß (göttlichem) ausgezeichneten (königlichen) Gemüthes auf ihn gefallen, und Wir haben ihn, in diesem glücklichen Jahre des Krokodiles2), durch das gesegnete Ehrenzeichen des Löwen und der Sonne im zweyten Grade, und durch die Erlassung dieses mit Huld bezeichneten Fermanes unendlichem Ruhme vereint, auf daß er, nachdem er mit dem gesegneten Ehrenzeichen seine Gestalt rühmlich geschmückt, in der Erwerbung der Gebühren guter Dienste auftrete, und seine schöne Aufrichtigkeit und vollkommene Geschicklichkeit mehr und mehr an den Tag legend, den auf ihn geworfenen Blick des Gemüthes (des Schahs) um so mehr verdiene.

Festgesetzt ist hiermit, daß die Hochgeschätzten, erhabenen Gesetzten, von Ehre und Leitung Begleiteten, mit Talent und Tüchtigkeit Bekleideten, die Nächsten dem Schah, die Terkanen3), die großen Kammerpräsidenten des kaiserl. höchsten Diwans die erläuternde Abschrift dieses Fermanes in ihren Registern für immer eintragen sollen; ohne Ungebühr von Veränderung und Verwandlung sollen sie sogestalten denselben bewahren und erhalten, und dieses sich zur Pflicht halten.

Gegeben in Rebii[handschriftlich ergänzt: e]rs-sani des Jahres 1248; d. i. im September 1832.

Auf dem Rücken die sechzehn Unterschriften, des Großwesirs, der Minister, Staatssecretäre und Kammerpräsidenten des Diwans mit ihren Siegeln.

1) Im Persischen Musi, wie im Deutschen die Volksverstümmlung von Monsieur.
2) Das fünfte Jahr des alttürkischen und mongolischen zwölfjährigen Cyklus.
3) Terkan kömmt schon bei den Byzantinern als Ταρχαν?ς [?] vor, und ist aus der Geschichte Dschengischan’s bekannt, welcher diesen Ehrentitel den von allen Auflagen befreyten Großen ertheilte.

 
     
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