Siegel  
  Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall an Anastasius Grün
Wien, am 14. April 1833
 
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An Seine Hochgeborn
den Herrn Grafen Anton
von Auersperg
durch Cilli
Thurn am Hart

 
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Wien den 14 April 1833

Ich schreibe dir liebster Freund einmal einen recht ordentlichen [durchgestrichen: B] und wie ich hoffe auch lesbaren Brief, dem ich einem Reisenden nach Hainfeld mitgebe, so dass er von dort über Radkerspurg oder Gratz nach Cilli und also [durchgestrichen: für diesmal] wenigstens das hiesige [unleserlich] mit umgehen möge.

So satyrisch auch dein Brief den meinigen als einen Liebehauchenden anbeißt [?] so lobe ich dich doch daß du mir noch eher als deinen Vettern, die sich über dein Stillschweigen zu beklagen fortfahren, geschrieben. Das Wesentlichste und zu besprechen Nothwendigste ist der Aufschub deiner Reise die du vom So_mer auf den Herbst vertagst: Ich hatte dich früher gehofft; willst du auch erst im October kom_en so ist es mir recht und du wirst wie ich hoffe bei

 
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mir absteigen; nur vom [durchgestrichen: ersten] vierten bis fünfzehnten October könnte ich dich, wenn du nach Hainfeld gehen wolltest, nicht [durchgestrichen: dort][ergänzt: da]hin begleiten weil [durchgestrichen: in] wahrend diesen zwey Wochen mein Bruder der Major mit Weib und Kindern hier seyn wird; er kann nicht eher ko_men als bis [unleserlich] vorüber sind, das ist nicht vor dem driten oder vierte Oct. und setzt da_n nach i4 Tagen seine Reise nach Gratz fort; Sein Aufenthalt in meiner Wohnung würde dich nicht [unleserlich], denn sie ist gross genug und hat, wie du weißt, zwey ganz verschiedene Zugänge. Kämest du also auch erst im October [ergänzt: so] könnte ich dich nach dem 15ten nach [durchgestrichen: Gratz] [ergänzt: Hainfeld] begleiten, oder müsste, we_n du im September kämst, bis 2ten October wieder in Wien zurückseyn; dieses Alles ist mit einem in seinen Reiseplänen so schwankenden Freunde als du bist, genau auseinander zu setzen nöthig, damit ich ja keinen Augenblick[durchgestrichen: s], wo ich dich geniesen [unleserlich], verliere

 
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Zedlitz wird dir wohl selbst geschrieben haben, daß er die Herausgabe der Vesta überni_mt, und du [durchgestrichen: ?] wirst daher deine Beiträge diesem Taschenbuche nicht länger verweigern; da ich [?] meinen Gesang von der Blühenden und dem Glühenden (im Auszug aus dem [2 oder 3 Wörter unleserlich] gedruckt) nicht brauchen konnte übergab ich denselben Wallishausern (ohne Honorar blos für Exemplare zu drucken) <und> werde also we_n du ko_mst dir mit einem [unleserlich] wagen.

Meine osmanische Geschichte wird nun zu Paris ins Französ<ische> übersetzt; daher die 30000 fr. zu decken welche Didot [?] [mehrere Wörter unleserlich – es fehlt ein Stück Papier] die Übersetzer schon, ihrem letzten Briefe zufolge; 25 hoffen sie noch zu erhalten, und i00 Exemplare ni_mt die Regier<ung> um sie an alle Schulen <und> Unterichtsanstalten zu vertheilen. Das ist ein Auszeich<nung> die mir fast lieber als die Ehrenlegion. – Da dir mein altdeutsches liebevolles Siegel nicht behagt hat siegle ich diesen Brief mit dem welches mir mein Schwager Wilhelm zu meinem Namenstag als Angebinde [?] geschenkt. Von ihm und der ganzen Familie die schönsten Grüsse an dich, und so auch von deinem treuen Freund

Hammer

 
     
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