Siegel  
  Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall an Anastasius Grün
Wien, am 8. Februar 1833
 
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[Poststempel "Wien"]
[Poststempel "10. Febru"]
An Seine Hochgeborn
Herrn Grafen Anton Alx. von
Auersperg Herrn d. Herrschaft Thurm
am Hart

 
  bei der Stadt Gratz  
  Triest  
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Wien den 8 Februar 1833

Du hast vollkommen Recht gesehen liebster Freund; du hast vielleicht in Ihenhausen [?] gesagt wie lang du in Wien verweilen wolltest, denn genau ausgerechnet erhielt ich den Brief so eben am Tag nach deiner Abreise; sende mir denselben noch von Gratz zurück zur Beantwortung die ziemlich spitz ausfallen dürfte nicht nur dieser überklugen mir verhassten Berechnung sonder[gestrichen: e]n auch der klösterlichen Sprödigkeit willen die sich über das Ende meines Briefs journalisirt weil der selbe nicht en [unleserlich] mit der Formel mit Ehrfurcht und Liebe glaub ich endete. Sie mag mich statt zu lieben gern haben und nun auf meine Antwort so lange warten als ich diesen Brief erwartet und noch länger. Wo ich solche Zierereien nicht erwartet hätte zürnen sie mich am meisten, daher auch doppelt die mit so [durchgestrichen: alt] überkluger Berechnung verschlafene Antwort. Zum Neuigkeitskrämer mag sie sich einen anderen dingen als mich; so was sollten junge Frauen gar nicht begehren, Uber den Inhalt [durchgestrichen: dies] der beiden Briefe, des ihrigen und dieses an dich zu Gratz, dem grossen Centralvereine aller Klatschereien seinen Mund zu halten, darf ich dich wohl nicht erst bitten liebster Freund. Die Frauen der vier Stöcke danken fur deinen ihnen entrichteten Abschiedsgruss schönstens und hoffen dich im Sommer wiederzusehen, in dieser Hoffnung umarmt dich

dein treuer Feund
Ha_mer

 
     
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