Brief von Ignaz Franz Castelli an Anastasius Grün
Wien, am 1. Dezember 1846
 
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[Titelvignette "Berghof zu Lilienfeld."] jetzt Wien 1/12 46

Sehr lieber Freund!

Ich sende Ihnen hier mein Taschenbuch in welchem Ihr Gedicht prangt – ja! prangt; denn es gefällt außerordentlich. Ich hoffe Sie werden auch das ganze Werkchen Ihrer nicht ganz unwürdig finden. Vergessen Sie Ihren alten Freund auch für künftiges Jahr nicht.

Ich grolle noch immer meinem Schicksale welches mir nicht erlaubte Sie zu besuchen. Bauernfeld hat mir viel Schönes von Ihrer Besitzung und

 
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viel, mir bereits Bekanntes, von Ihrer Liebenswürdigkeit erzählt. Vielleicht hol’ ich künftiges Jahr ein, was ich heuer versäumt habe.

Ich werde nächstens Ihren jährlichen Beitrag zur Gartenbaugesellschaft zahlen und das Geld bei Braumüller in Empfang nehmen:

Bauernfeld’s zwei neue Stücke haben Sensation erregt und werden ihm viel eintragen.

Von der Akademie der Wissenschaften schweigt Alles nur Hammer plaudert darüber viel.

 
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Ein Censur-Obercollegium ist besti_mt aber zum Obersten dieser Obern ist Sedlnitzki ernannt, und so muß man von ihm an ihn appelliren. ohohohohoh!

Grüßen Sie mir Ihre liebe Frau bestens, und ko_men Sie bald hieher

Ihr
IFCastelli

 
     
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