Brief von Ignaz Franz Castelli an Anastasius Grün
Wien, am 29. Oktober 1842
 
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[Poststempel "Wien 29. Oct:"]
von Wien
An Seine
Des Herrn Anton Alexan-
der Grafen v Auersberg
Hochgeboren

 
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  über Laibach    
  Landstrass Thurm am Hart  
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Wien am 29 [unleserlich] 42

Verehrter Freund!

Eben [ergänzt: bin ich] von meinem himmlischen Landsitze zurückgeko_men wo ich der wirklich sehr imposanten Jubelfeyer Ladislaus Pyrkers beiwohnte (: Sie werden meine Beschreibung besser in der Wienerzeitung gelesen haben :) als ich Ihren Brief vorfand.

Ich habe Hellern Ihren Wunsch vorgetragen und er hat versprochen Ihnen von den bezeichneten Pflanzen jene zu geben, wovon er mehre Exemplare besitzt, er glaubt aber das ließe sich besser im Frühjahr als jetzt thun, weil erstens die Versendung selbst jetzt schon etwas gefährlich ist und weil es besser ist, wenn die Pflanzen jetzt noch hier in seinem Glashause überwintert und stärker werden. Ich glaube Sie werden damit einverstanden seyn, und ich werde im Frühjahre besorgen daß sie Ihnen zugemittelt werden.

 
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Auch Ihr Diplom von der Gartenbaugesellschaft ist noch in meinen Händen und ich werde Ihnen dasselbe übergeben, wenn Sie hieher kommen.

Tausend Dank für das Gedicht, es prangt bereits in meinem Taschenbuche, welches ich Ihnen nächstens übersenden werde.

Ich wünschte mir Sie hätten heuer meinen Garten in Lilienfeld gesehen, 382 verschiedene Sorten von Dahlien blühten da in größter Pracht, manche Stöcke mit 50-60 Blumen.

Spässe kann ich Ihnen dießmahl nicht mit theilen; denn ich war 4 Monathe nicht in Wien und in Lilienfeld hat man nur Kraut- und Kartoffel-Spässe

 
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Es bleibt mir also nichts als mich Ihnen und Ihrer Frau bestens zu empfehlen.

Ihr
IFCastelli

 
     
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