Brief von Ignaz Franz Castelli an Anastasius Grün
Wien, am 14. Mai 1842
 
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Wien am i4 Mai 842

Werther Freund!

Es thut mir wahrlich leid es sagen zu müssen, allein mit dem "Wort halten" geht es bei Ihnen ein wenig langsam. Mit Sehnsucht erwarte ich das versprochene Gedicht und kann’s nun einmal nicht erwarten. – Wenn Sie es nicht mit umgehender Post übersenden, so [durchgestrichen: ?] [ergänzt: kömmt] es auch für den nächsten Jahrgang zu spät; Wir müssen den Druck beginnen und ich reise am 24t d. M. von hier nach Lilienfeld ab, wo ich bis Hälfte August bleibe. Ist es also möglich, so senden Sie mir dieses Gedicht doch jetzt, was Sie mir schon länger, als vor einem Jahre versprochen haben.

Auch hätte ich erwartet, daß Sie wenigstens den Empfang der Pflanzen welche ich Ihnen übersandte, brieflich bestätigen würden. Ich übergab sie einem fremden Fuhrmann und bin also über ihre richtige Bestellung etwas besorgt.

 
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Zur Strafe sollen Sie dießmahl gar nichts Neues aus Wien erfahren; weil – weil mir auch die Zeit dazu mangelt. Ich hoffe mit umgehender Post [unleserlich] einige Zeilen und bin

Ihr
IFCastelli

 
     
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