Brief von Eduard von Bauernfeld an Anastasius Grün
Wien, am 2. April 1847
 
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[Poststempel "Wien 3. Apr:"]
S.
Herrn Anton Alexander Grafen
von Auersperg
Hochgebor<en>
im gräflich Attems’
schen Hause.
Gratz.

 
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Lieber Freund!

Gleich nach deiner Abreise kam der Pfauz’sche Almanach zu mir und verlangte Deine Biographie. Sei daher so gut, mir auf einem Zettel Deine Absta_mung, Geburtsjahr, Ausgaben Deiner Werke, kurz das Notwendigste Äußere zu verzeichnen. Wie ich mich unter Wiener-Censur über Dich äußern soll, ist mir noch nicht klar. Erwarte nichts Gutes – man ka_n sich eben nur aus der Affaire ziehen.

Lies vor Allem: "A_nehmen oder Ablehnen" von Simon. Das Buch ist schlagend u. trifft den Rechtspunkt [?] mit juristischer Schärfe. Es hat ungeheuer gezündet und wird dem König zu schaffen machen; überhaupt dürfte die Constitutions-Historie nicht so ruhig ablaufen. Ich werde Braumüller beauftragen, Dir das Buch sogleich zu senden; hast Du es bereits, so schadet’s auch nicht – Abnehmer finden sich überall.

Zu deinem <und> deiner Frawen Geburtstag ([unleserlich] fallor am 10. und 11. dieses) gratulire herzlichst

<Dein>
Bauernfeld.

2/4 47.

 
     
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