Brief von Eduard von Bauernfeld an Anastasius Grün
Wien, am 11. August 1846
 
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[Poststempel "Wien 11. Aug:"]
Se
Herrn Anton Alexander Grafen von
Auersperg

Hochgebor<en>
Thurmamhart.
über Cilli.

 
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Wien 11. Aug. 1846.

Lieber Freund!

In wenig Tagen geh’ ich zu Castelli, und bis gegen Ende August werden wir, denk’ ich, zu Dir ko_men. Den Tag unserer Ankunft melden wir von Lilienfeld aus, wohin Du uns, we_n Du noch etwas zu eri_nern findest, gütigst schreiben magst. Wien ist so leer u. langweilig als möglich, u. die Freunde schwärmen in aller Welt herum. Doblhoff ist in Helgoland, Dessauer in Ischl, Bauma_n geht zu Graf Kolowrat nach Böhmen.

 
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Welche literarische Windstille herrscht, weißt du selbst; aber [eingefügt: auch] sonst regt sich nichts. Die Censurfrage ist wie verschollen; von der Akademie einstweilen keine Rede; nicht einmal an die Erne_nung des neuen Landmarschalls scheint man zu denken. [unleserlich] Sapientia!– Dem Niembsch ist einstweilen ein Curator bestellt worden in der Person des Dr. Alex. Bach. Es geht eher schlechter als besser, und man schwankt, ob man ihn nach Wien oder in die andere (bessere?) Würtemberger-

 
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Anstalt bringen soll. Dingelstedt war hier, <und> ist, glaub’ ich, gegenwärtig noch bei Döbler, in Castelli’s Nähe.

Empfiehl mich deiner Frau auf’s allerschönste. Vale et fare.

<Dein>
Bauernfeld.

 
     
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