Brief von Eduard von Bauernfeld an Anastasius Grün
Wien, am 2. Oktober 1834
 
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[durchgestrichen: Herrn Vinzenz Lachner]
[durchgestrichen: 7 Wörter unleserlich]

 
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Lieber Freund!

Moriz Schwind ist hier, u. denkt beiläufig in 14 Tagen über Triest, Venedig etc. etc. nach Rom zu gehen, <und> den Winter dort zuzubringen. Ist Dir die Gesellschaft und der Zeitpunkt der Abreise genehm, so antworte mir; Ihr kö_ntet etwa in Laibach oder Triest zusa_men treffen.

Nur Eins ist zu bedenken: daß sich ein Mahler an diesem oder jenem Ort [ergänzt: bisweilen] länger aufhält, als es einen anderen Menschen interessirt. Übrigens ist Schwind ein trefflicher Mensch u. geistreicher Gesellschafter. Reist Ihr nicht zusa_men, so werdet Ihr Euch gewiß mit Vergnügen in Rom treffen. Schreibe mir doch, bei Gelegenheit der Antwort, auch etwas von Dir <und> über Dich. Ich bin seit länger als 3 Monathen der [2 Wörter unleserlich].

Übermorgen war zum ersten Mahl Grillparzers "Traum ein Leben."

Lenau ist hier; Schober ist hier. Fr. Raumer u. Enk waren hier. Neues begibt sich hier nichts. Überhaupt ist Wien ziemlich langweilig.

Vale et fare

Deinem
Bauernfeld

:(J. P. Sollingers Verlagshandlung in der oberen [unleserlich]straße):

Wien <den> 2. Octob. 834.

 
     
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