Brief von Eduard von Bauernfeld an Anastasius Grün
Wien, am 26. November 1832
 
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[Poststempel "Wien"]
Dem Hochwohlgeb<oren>
Herrn Grafen Alexander v.
Auersperg

in
Thurm am hart
über Laibach.

 
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Lieber Freund!

Ich hatte dem Schumacher Ihr Gedicht auf Göthe’s Tod für den – nicht in’s Leben getretenen Liederkranz [2 Wörter unleserlich] und mit der ausdrücklichen wiederholten Bedingung gegeben, es nicht etwa nachträglich in eine Zeitschrift zu setzen. Demungeachtet erschien es vor einigen Tagen in der Modezeitung, Ich stellte ihn dafur zur Rede; er entschuldigte sich so gut er ko_nte: er habe alle vorhandenen besseren Gedichte abdrucken lassen etc. Nachdem ich ihn verdienter Massen ausgescholten, bittet er Sie durch mich um Verzeihung. Es mag Ihnen am Ende nicht zu viel daran liegen; mir ist nur fatal, daß Sie mich etwa einer Indiscretion bei der Sache zeihen; allein meine Schuld ist nur, daß ich mich auf Sch’s Wort verlassen habe, u. ich noch gegenwärtig glaube, we_n man sein Wort, auch in einer geringen Sache gibt, müsse man es halten. – Aber genug davon! – Ich höre, Sie ko_men bald nach Wien, worüber ich mich sehr freue. Schreiben Sie mir vielleicht früher noch ein paar Zeilen?

Ihr
Bauernfeld

Wien 26. Nov. 832.

 
     
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